Reloaded: Nachgefragt bei … Elena

Heute bin ich bei mir im Interview zu Gast. Denn im Juli 2011 habe ich mich auf meinem alten Blog selbst interviewt, damit meine Leser mehr über mich erfahren konnten. Im Vorfeld wurden damals Fragen eingereicht, so dass auch einige sonst nicht vertretene Fragen im Originalinterview auftauchen. Das besser Kennenlernen erscheint mir auch heute wieder sinnvoll: Wer verbirgt sich hinter „All meine Träume“? Daher viel Spaß mit meinem Interview!

Interview mit Elena von All meine Träume

Hat sich in den Jahren seit deinem Interview die Ausrichtung deines Blogs geändert oder gab es andere gravierende Änderungen am Blog?

Da hat sich einiges getan. Beim ersten Interview im Jahr 2011 war mein Blog „Leseträume“ noch recht neu, dies war aber nicht mein erster Blog. Seit 2006 hatte ich drei kleine Blogprojekte betrieben, die ich zugunsten des neuen Blogs einstellte.

Anfang 2017 habe ich dann beschlossen, dass ich gerne mehr Themen bedienen würde, weil sich meine Interessen vervielfältigt haben. Nachdem mir meine Stammleser Feedback gegeben haben, entschied ich mich für einen themenoffen gehaltenen Blog. „All meine Träume“ war geboren!

Dementsprechend hat sich auch die Ausrichtung verändert: Neben allerlei buchigen Themen wie Neuerscheinungen und Rezensionen geht es hier nun neben Serien auch um Games und Reisen. Zugebenermaßen ist das in den letzten Monaten etwas unter die Räder gekommen, aber ich bin optimistisch, dass da bald wieder mehr kommt.

Verwendest du mehr oder weniger Zeit zum Bloggen als früher?

Definitiv weniger. Früher habe ich fast jeden Tag einen Blogbeitrag veröffentlicht, darunter auch jede Woche Rezensionen. Aber vor dem Studium hatte ich auch mehr Zeit zum Lesen und darüber Bloggen, das hat sich dann mit Beginn meines Studiums 2012 doch ziemlich radikal geändert.

Mittlerweile ist mein Ziel mindestens ein Beitrag pro Woche und auch daran halte ich nicht sklavisch fest. Wenn ich keine Lust habe, dann ist das halt so. Wenn mich die Muse küsst, dann investiere ich gern auch einige Stunden am Stück und produziere vielleicht auch gleich mehrere Beiträge. Die veröffentliche ich dann nach und nach, so dass die Pausen für Euch Leser nicht ganz so lang werden.

Was sind aus deiner Sicht die größten Veränderungen bei den Buchbloggern?

Die größte ist wohl, dass viel mehr Kanäle parallel bedient werden. Nach meiner Wahrnehmung hatten damals, als ich mit „Leseträume“ anfing, die allermeisten Buchblogger maximal noch Goodreads und Twitter. Dann kam Facebook und lovelybooks. Seit einiger Zeit ist auch Instagram total angesagt und es gibt grad im englischsprachigen Raum viele booktuber. Kaum zu glauben, dass vor fünf Jahren durchaus beliebten Buchblogger gänzlich ohne Social Media ausgekommen sind.

Damit einher geht, dass Buchblogs viel stärker personalisiert als früher sind. Ich bin in einer Zeit im Internet sozialisiert worden, da kannten sich alle nur mit Nickname. So Sachen wie Alter, Beruf und Wohnort wurde nach einer Kennenlernzeit im persönlichen Chat ausgetauscht. In Blogs gab es oft keine Seite „Über mich“ und Bilder von der Person erst recht nicht. Heutzutage ist oft direkt auf der Startseite zu erfahren, wie die Bloggerin aussieht und heißt, was sie beruflich macht, welchen Familienstand sie hat usw. Außerdem ist aufgrund der mittlerweile meist eingehaltenen Impressumspflicht für jeden offen, wo die Person wohnt. Daher gibt es die starke Abgrenzung zwischen Internet- und RL-Persona heutzutage kaum noch.

Fast jeder langjährige Buchblogger hat schon einmal eine Flaute erlebt, wo er wenig bis überhaupt nicht gebloggt hat. Was hat dich zum Weitermachen bewegt?

Ganz ehrlich? Vermutlich die Lust am Schreiben und den daraus resultierenden Austausch. Ich formuliere gern Gedanken aus und suche den Diskurs. Das kommt im Alltag zumindest bei mir häufig zu kurz. Daher hat mir mein Beitrag über Diskussionskultur für „Gondor statt Mordor“ sehr viel Spaß gemacht.

Viele Blogger haben ihren Buchblog in den letzten Jahren aufgegeben, sei es aus Zeitmangel oder sich verändernden Interessen. Welche drei Buchblogger vermisst du am meisten?

Da gibt es eine Menge Blogs, die ich vermisse. Allein, wenn ich die Liste meiner früheren Interviewpartner durchgehe, werde ich ganz sehnsüchtig. Wobei lustigerweise nur zwei Blogs aus 2011 wirklich gänzlich aufgehört haben, aber in den Jahren danach wird es ziemlich düster.

Jedenfalls konkret zur Frage:

Dafür haben aber auch viele Blogger neu angefangen. Nenn uns doch drei neue Buchblogs, die du empfehlen kannst! Alternativ nenne es uns drei empfehlenswerte Blogs, die noch heute aktiv sind?

Ich entscheide mich für drei noch aktive Blogs:

Hat sich dein Anspruch an eine gute Rezension geändert?

Nö. Ich fand es schön zu lesen, dass meine Meinung dieselbe wie früher ist, und zitiere mich an dieser Stelle mal selbst:

Wichtig ist mir nicht so sehr die Länge, sondern dass die wesentlichen Elemente des Buches erwähnt werden und auch kritische Punkte angesprochen werden. […] die Rezension also eine gewisse Persönlichkeit ausstrahlt. Absolute Objektivität gibt es sowieso nicht und ist in Rezensionen eher fehl am Platz. Begeisterung und kritische Distanz schließen sich nicht aus!

Ist deine Einstellung zu Rezensionsexemplaren mittlerweile eine andere?

Definitiv. Im damaligen Interview erwähnte ich, dass ich erst ganz viele angefordert habe, weil die Beschreibung in der Verlagsvorschau so spannend klang. Dadurch sah ich mich dann mit einem Haufen mittelmäßiger Bücher konfrontiert, die ich mir selbst wohl nie gekauft hätte. Zum Interviewpunkt war meine Lösung, sehr bewusst auszuwählen.

Das habe ich umgesetzt, aber es bliebt das Problem, dass ich mich unter Druck gesetzt fühlte. Daher will ich keine mehr anfordern, das gesparte Geld ist es mir nicht wert. Außerdem lese ich sowieso fast nur noch auf Englisch und da bekäme ich ARCs höchstens elektronisch. Was grundsätzlich okay ist, aber ich lese derzeit ungern elektronisch.

Liest du mehr oder weniger als früher?

Da ich viele Texte für das Studium lesen musste, hatte ich da privat seitdem deutlich weniger Lust zu. Je nach Studienphase lese ich jetzt mehr oder weniger. Wenn ich einen Lauf habe, können es auch mal ein knappes Dutzend Bücher in einem Monat werden, ebenso sind 1-2 Bücher möglich. Aktuell lese ich ganz wenig, aber das ist auch einigen Entwicklungen im privaten Umfeld geschuldet. Ich bin sicher, bald lese ich auch mal wieder mehr.

Ist dein Lieblingsgenre unverändert? Oder hast du mittlerweile einen anderen Lesegeschmack?

Ich mag immer noch Young Adult sehr gern. Aber mit Dystopien könnt Ihr mich in den allermeisten Fällen mittlerweile jagen, weil viele Neuerscheinungen auf ausgetretenen Pfaden wandeln. Stattdessen bevorzuge ich Contemporary und Adventures. Ansonsten hatte Historical Romance letztens ein starkes Comeback und ich mag seit bald sieben Jahren High Fantasy zwischendurch sehr gern.

Durch das Fortschreiten der Technik sind eBooks wesentlich häufiger als früher. Auch ist es leichter geworden, an Hörbücher zu kommen. Hat dies auch deine Lesegewohnheiten verändert?

Eins, zwei Jahre habe ich einen Kindle (das Modell fällt mir grad nicht ein) recht intensiv genutzt. Dann habe ich Skoobe für mich entdeckt, welches nicht mit dem Kindle funktionierte und viel über mein Smartphone gelesen. Und bis zum Ende meiner Vollzeitberufstätigkeit habe ich viel bei der Arbeit und beim Sport Hörbücher gehört.

Für eBooks sollte ich mir vielleicht mal wieder einen gescheiten Reader zulegen, aber eigentlich habe ich derzeit echt gern Papier in der Hand. Hörbücher höre ich eigentlich nur noch neben dem Sport, welcher aus gesundheitlichen Gründen jetzt einige Zeit nicht stattfand. Dementsprechend bin ich eigentlich derzeit eher retro unterwegs, nämlich fast ausschließlich analog, wenn ich nicht grad Kurzgeschichten lese.

Hat sich etwas bei deinem SuB verändert?

Der ist mittlerweile ziemlich klein, weil ich das Prinzip „Will ich das Buch wirklich sofort lesen? Wenn nein: Liegen lassen!“ recht gut umsetze. So ganz ohne SuB fühle ich mich nicht wohl, aber ich habe festgestellt, dass ein Dutzend Bücher an Auswahl für mich vollkommen ausreichend sind. So mal das bei meinen jetzigen Lesetempo immer noch Stoff für mehrere Monate ist …

Und zu guter Letzt: Wenn du auf das erste Interview schaust, würdest du eine Frage anders beantworten und wenn ja, was wäre deine heutige Antwort drauf?

Es gibt einige Frage, bei denen ich zumindest Teilaspekte anders beantworten würde, aber ich entschiede mich für diese Frage:

Wie schlecht muss ein Buch sein, damit du es abbrichst?

Wenn ein Buch mich auf den ersten 50-100 Seiten nicht packt und ich nicht den Eindruck habe, dass es sich bald bessert, lege ich es erst einmal zur Seite. Meistens endet das darin, dass ich den Status noch 3-4 Monaten auf abgebrochen setze. Was soll ich mich unnötig quälen?

Vielen Dank, dass ich mir die Zeit für das Interview genommen habe!

Übrigens: Auf der nächsten Seite findet Ihr das erste Interview von vor sieben Jahren!

2 Kommentare

  1. Schon spannend, was sich bei dir in den vergangenen Jahren alles so geändert hat (und wo du immer noch die gleichen Antworten geben kannst). Bei den Blogs, die du vermisst, kann ich mich anschließen. Lucina ist zwar bei Twitter noch präsent, aber den Austausch mit Melanie (und ihre tollen Fotos aus den Bergen) vermisse ich wirklich,

    • Ja, da haben sich doch einige Einstellungen verändert. Bin schon gespannt, was du in deinem Interview dann antworten wirst! Ist aber schätzungsweise noch eins bis zwei Jahre hin.

      Stimmt, Lucina ist noch auf Twitter, aber das ist nicht ganz dasselbe. Und Melanie scheint leider als Bloggerin nicht mehr zurückzukommen. Aber ich sehe auf Instagram regelmäßig Bilder von ihr 🙂

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