Fremde Funken 02/2020

Symbolbild Funken

Pünktlich zu den Osterfeiertagen kommen hier nun wieder Linktipps. Die letzten Wochen habe ich vor allem Artikel zu einem bestimmten Thema gelesen. Dennoch oder gerade deshalb möchte ich meine und Eure Aufmerksamkeit auch auf andere Bereiche richten. Hier kommt nun wie gewohnt eine Auswahl in meinen Augen besonders gelungener Beiträge. Völlig unsortiert, quer durch die verschiedenen Themengebiete. Und ohne Erwartung einer Gegenleistung.

Bereits im Februar las ich den Artikel „The Terror and the Fascination of Pompeii“ in der Online-Ausgabe des Magazins „New Yorker“ und fand ihn trotz seiner Länge höchst faszinierend. Von Plinius den Älteren und Plinius den Jüngeren hatte ich schon mal was gehört, aber ich wusste nicht, dass Plinius der Jüngere der einzige uns bekannte Autor ist, der uns ein schriftliches Zeugnis über den Vesuv-Ausbruch hinterließ. Joan Acocella als Verfasserin des Artikels bringt uns das Leben der damaligen Menschen und insbesondere der beiden Plinius unterhaltsam näher und erweitert nebenbei das Wissen über eine der bekanntesten Naturkatastrophe der Antike.

Beim Lesen von „Der Verkauf gedruckter Bücher ist de facto für viele Verlage nicht mehr möglich„, einen Artikel in der Onlineausgabe der Branchenzeitschrift „Börsenblatt“, musste ich mir ziemlich an den Kopf packen. Denn eigentlich ist die Infrastruktur durch Barsortimente sehr wohl vorhanden (kurze Erläuterung zum Beispiel bei epupli) und für die dort nicht gelisteten Bücher gibt es immer noch die Verlagsauslieferung. Aus meiner Sicht haben viele Verlage schlicht verschlafen, sich vom großen Online-Händler unabhängiger zu machen. Nichtsdestotrotz bestärkt mich aber die Situation darin, möglichst bei lokalen Buchhändlern zu bestellen.

Eigentlich wollte ich das Buch lange vor dem Erscheinen der deutschen Übersetzung gelesen haben und dann als Trendsetterin durchgehen, hat aber nicht geklappt. Dabei fand ich die ersten Kapitel sehr erschütternd, frustrierend und wütend machen. Daher an dieser Stelle ein Link zu einer Rezension zu „Unsichtbare Frauen“ von Caroline Criado-Perez, geschrieben von Kirsche von Collection of Bookmarks. Ich hoffe, ich lese das Buch doch noch irgendwann zu Ende.

Als großer Fan des sehr zurückgezogenen lebenden Autoren Walter Moers habe ich mich sehr gefreut, als ich neulich ein ausführliches Interview mit ihm gefunden habe. Wolfgang Schütz, ein Journalist der Augsburger Allgemeine, befragt in „Walter Moers: „Früher war ich dümmer, aber auch furchtloser„“ den Autoren zu Vergangenheit sowie Gegenwart und bekommt viele für mich aufschlussreiche Antworten. So wird zum Beispiel der Zusammenhang zwischen den „Fernseh-Blaubär“ und den Moerschen-Blaubär klarer.

Im Februar habe ich die Modedesigner-Show „Next in Fashion“ auf Netflix gesehen und war sehr begeistert. Es ist natürlich ein Wettbewerb, aber die Mitbewerber waren nicht nur super kreativ, sondern auch höchst divers ausgewählt und sehr freundlich im Umgang miteinander, so dass ich die Show herrlich entspannend anzuschauen fand. Wunderbar fand ich auch den Artikel „How Netflix’s Crazy New Fashion Show Accidentally Explains Fashion“ von Rachel Tashjian in GQ, welches den ganzen TV-Spektakel noch eine Meta-Ebene gibt.

Bei Nicole von Smalltownadventure bin ich auf „Serien-Tag: Die besten Serien des letzten Jahrzehnts“ gestoßen, welchen sie zusammen mit Nadine von Wörter auf Reisen entwickelt hat. Es gilt zu zehn Kategorien die besten Serien herauszusuchen, welche im letzten Jahrzehnt angelaufen sein müssen. Ich fand Nicoles Antworten sehr spannend zu lesen und bin auch neugierig, was Eure Antworten wären. Vielleicht setze ich mich auch die Tage mal selbst dran.

Sabine von Ant1heldin hat sich mit mit der Serie „Babylon Berlin“ und unserem Bild von den goldenen Zwanziger Jahren beschäftigt. Dies habe ich sehr interessiert gelesen, denn „Babylon Berlin“ ist eine dieser Serien, die ich schon ewig schauen möchte, weil ich die Zwanziger Jahre sehr spannend finde. So viele Entwicklungen wären möglich gewesen, doch die Chancen wurden vertan, weil zu viele nicht hinsehen wollten.

„Babylon Berlin“ und unser Bild der goldenen Zwanziger

Passend dazu ist auch die „Sechs Modefakten rund um die Goldenen Zwanziger“ von Kat auf Zeitfäden sehr interessant. Wusstet Ihr zum Beispiel schon, dass die Skandalösität des neuen Kleidungsstil nicht in der Freizügigkeit lag, sondern dass die Weiblichkeit nicht mehr betont wurde? Oder dass sich viele Frauen nicht trauten, sich einen Bob schneiden zu lassen und sich lediglich die Haare so hochsteckten, dass es so aussah?

Auf Geekgeflüster gibt es jedes Jahr eine Gastbeiträge-Reihe, 2019 war das Thema „Mein schönstes Scheitern“ beim Spielen von Videospielen. Dabei sind einige unterhaltsame Blogpostings zusammengekommen, wie zum Beispiel der von Marie von Schreib fantastisch, die sich über den „Endgegner Treppe“ ausgelassen hat. Da musste ich doch sehr schmunzeln, weil das Steuern mit WASD habe ich schon öfters sehr verflucht, auch wenn ich mittlerweile es halbwegs hinbekomme.

Zum Thema Corona-Virus und seine Auswirkungen möchte ich lediglich eine Sache verlinken, nämlich das Video von Mai Thi Nguyen-Kim, auch bekannt als maiLab, mit dem Titel „COVID-19„. Denn es scheint mir, dass noch zu viele Menschen die Augen davor verschließen, dass diese Epidemie erst mit einem Impfstoff enden wird. Vorher wird es keine Rückkehr zu Massenveranstaltungen geben können.

In diesem Sinne wünsche ich Euch allen frohe Ostern und zudem reichlich Geduld, gute Nerven und natürlich viel Gesundheit.

4 Kommentare

  1. Ich würde mich sehr freuen, wenn du den TAG aufgreifst und bin schon gespannt auf deine Antworten bzw. ob wir Dopplungen haben :). Danke auch für die Verlinkung, das freut mich sehr.

    Zum ersten Beitrag: Ich habe letztens auch eine neue Dokumentation (ich meine vom ZDF) über Pompeji gesehen. Ein Thema das ich generell sehr interessant finde und deshalb vor einigen Jahren schon einmal eine Doku geschaut hatte, mittlerweile hat man hier ja wirklich viele neue Erkenntnisse über den Tag der Katastrophe selbst. Mich fasziniert da immer, wie weit die Technik mittlerweile ist und wie gut wir da die Dinge rekonstruieren können. Den Beitrag muss ich mir somit auch unbedingt einmal durchlesen.

    • Liebe Nicole,

      mittlerweile hast du ja schon gesehen, dass ich den TAG umgehend aufgegriffen habe 🙂

      Ja, es ist echt faszinierend, was sich heutzutage alles rekonstruieren lässt. Allerdings macht es mich auch dahingehend nachdenklich, was von unserem Zeitalter übrig bliebe, wenn mal eine ultimative Katastrophe eintreten würde. Unsere Datenträger halten teilweise nur wenige Jahre, unsere Bauwerke grad mal ein paar Jahrzehnte. Selbst die heutigen Bücher sind aufgrund von säurehaltigen Papier nicht sehr langlebig. Während Aliens also in tausenden von Jahren noch die Höhlenmalereien finden könnten, wäre unsere heutige Zeit weitestgehend spurlos verschwunden …

  2. Das Buch von Caroline Criado-Perez hatte ich mir in der englischen Taschenbuch-Ausgabe im vergangenen Jahr zum Geburtstag gewünscht und bekommen – und nun liegt es seit Monaten unangerührt auf dem SuB, obwohl ich so lange darauf gewartet hatte. Aber irgendwie gibt es immer viel mehr interessante Sachbücher als Tage, an denen ich mich darauf konzentrieren kann. *g* Mal schauen, ob das mit mir und dem Buch in diesem Jahr noch was wird. 😉

    „Next in Fashion“ mochte ich – von der einen oder anderen seltsamen Jury-Entscheidung abgesehen – auch sehr gern. *geht den verlinkten Artikel lesen*

    • Vielleicht schaffen wir es ja beide noch dieses Jahr, dieses Buch zu lesen 🙂 Ich fürchte aber, die „Unsichtbaren Frauen“ müssen bei mir mindestens so lange warten, bis der Umzug durch ist und ich in weniger PnP-Runden involviert bin, also vor dem Herbst sehr unwahrscheinlich.

      Ah, dann weiß ich ja Bescheid, mit wem ich über die nächste Staffel „Next in Fashion“ dann schreiben kann!

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