Fremde Funken 02/2021

Symbolbild Funken

Interessanterweise habe ich das Gefühl, dass die Umstände der letzten Zeit eher dazu geführt haben, dass weniger statt mehr gebloggt wird. Oder täuscht das Eurer Meinung nach? Aber da ich selbst so selten blogge, bekommt Ihr hiermit nun eine Auswahl in meinen Augen besonders gelungener Beiträge aus dem letzten halben Jahr zusammengestellt. Und weil ich selbst so wenig Rezensionen schreiben, sind dieses Mal für die Wahl Eurer Urlaubslektüre jede Menge Buchbesprechungen dabei! Völlig unsortiert, quer durch die verschiedenen Themengebiete. Und ohne Erwartung einer Gegenleistung.

Karo von Fiktion fetzt hat sich Gedanken darüber gemacht, warum Science Fiction und Fantasy meistens zusammengefasst werden. Im Beitrag „Zwei vom gleichen Schlag? Macht es Sinn, Sci-Fi und Fantasy zusammenzufassen?“ unterscheidet sie zunächst die beiden Genres, stellt dann die Gemeinsamkeiten heraus und die potenziellen weiteren Unterteilungsmöglichkeiten. Ich fand es auf jeden Fall spannend darüber nachzudenken, ob diese Genres unter einen Oberbegriff gehören oder nicht eine viel stärkere Abgrenzung sinnvoll wäre. Was denkt Ihr?

Christian Handel hat mit Verlagsmenschen darüber gesprochen, warum englische Buchtitel nicht eins zu eins übersetzt werden. Die Antworten von Ravensburger und Fischer Tor fand ich sehr interessant zu lesen. Frage mich aber, ob die Entscheidungen nicht doch recht oberflächlich aus einem Bauchgefühl heraus und ohne hinreichende Marktforschung getroffen werden.

Es gab vor einigen Jahren eine Welle von Young-Adult-Verfilmungen, die aus meiner Sicht nur mäßig gelungen waren. Die Bücher aus dem Grishaverse habe ich zwar nicht gelesen, aber es freut mich, dass sie bei dem Hype nicht dabei waren und stattdessen nun zu einer Serie verarbeitet wurden. Sabine von Ant1heldin hat sich kritisch mit Büchern und Serien auseinandergesetzt und die Unterschiede herausgearbeitet.

“Shadow and Bone” setzt auf eine gestärkte Serienheldin

Im Beitrag „Faszination Margaret Atwood“ geht Isabella von Noch mehr Bücher unter anderen auf gleich auf vier Romane der kanadischen Autor*in ein. Eine gute Ausgangsbasis für alle, die sich bisher noch nicht dem Schaffen der mit unzähligen Preisen ausgezeichneten Autorin beschäftigt haben. Ich persönlich habe bisher nur „The Handmaid’s Tale“ gelesen, war davon aber wirklich begeistert.

Eigentlich wollte ich „She Who Became the Sun“ von Shelley Parker Chan im Urlaub lesen, unglücklicherweise wurde das Buch jedoch genau dann geliefert, als mein Buchhändler für drei Wochen selbst in den Urlaub entschwunden ist. Ihr könnt aber bei CW von The Quiet Point selbst nachlesen, warum ich so gespannt auf das Buch bin, sie teasert die Geschichte an mit „A Glorious and Brutal Queer Epic about Ambitious Desires, Fighting Fate and Ascension of Power„.

Ich kann mich noch gut erinnern, wie vor etwa zehn Jahren alle die Graceling-Reihe von vielen Buchblogger*innen begeistert gelesen wurde. Daher war ich schon neugierig, wie der nun erschienene vierte Teil aufgenommen wird. Leider fällt die Besprechung von „Winterkeep“ von Kristin Cashore zumindest bei Miss Bookiverse ziemlich vernichtend aus. Viele gute Ideen reichen eben nicht, auch die Umsetzung muss stimmen.

Friederike von Buch & Gewitter hat sich die Zeit genommen, einmal das Werk von Robin Hobb aufzudröseln. Die ganzen unterschiedlichen Reihen von ihr spielen nämlich in einer Welt und haben eine zeitliche Reihenfolge. Es empfiehlt sich, die Chronologie einzuhalten, denn viele Figuren tauchen in mehreren Reihen auf. Ich habe leider nur Teile von den Seelenschiffen- und den Weitseher-Büchern gelesen, fand aber vieles sehr interessant.

Die Welt von Robin Hobb – erklärt

Dieses Buch ist immer noch heißer Anwärter auf das Jahreshighlight von mir. Aber da ich selbst noch keine Rezension geschrieben habe, verlinke ich Euch stattdessen eine. Und zwar geht es um „The House in the Cerulean Sea“ von T.J. Klune, was auch Neyasha von Neyashas Allerlei hervorragend gefallen hat. Ich schließe mich ihrem Urteil an: Die Geschichte ist wie heiße Schokolade und manchmal genau das Richtige.

Katlin Morris von Zeitfäden hat darüber geschrieben, wie wichtig positive Repräsentation für marginalisierte Gruppen ist. Denn das Geschriebene wirkt in das heute hinein, marginalisierte Menschen gehören zu den Leser*innen. Daher sollten Autor*innen marginalisierte Personen in ihren Werken eben nicht nur auf die negativen Aspekte reduzieren, sondern auch ermächtigen, ihr Schicksal in die Hand zu nehmen. Ich stimme ihr auf jeden Fall darin zu, dass historische Authentizität oftmals nur sehr selektiv wichtig zu sein scheint…

Diversity und Inklusion im historischen Roman

Acu von Buchdrache fordert: Hört auf, ableistische Sprache zu benutzen. Durch Twitter werde ich schon seit längeren für einen sensibleren Sprachgebrauch motiviert, aber ich muss zugeben, manchmal ist die Umsetzung für mich noch schwierig. Dass ich andere Personen nicht ableistisch beschreibe, gelingt relativ gut. Aber bei Selbstbeschreibungen ringe ich noch.

4 Kommentare

  1. Hallo Elena,

    ich hab deinen Artikel mal kurz überflogen. Muss später noch einmal wiederkommen, wenn ich etwas mehr Zeit habe. Ergo Bookmark gesetzt!

    Ich kann dir bereits sagen, dass es ein paar Links gibt, die mich wirklich interessieren und da werd ich dann auch vorbeischauen.

    Lieben Dank für die Auflistung.

    Cheerio
    RoXXie

  2. Danke für die Verlinkung! Da bin ich ja in großartiger Gesellschaft gelandet und muss jetzt erst mal bei den anderen stöbern gehen. 😊

  3. Hallo Elena!

    Ich kann dir zu deiner Beobachtung nur zustimmen – es werden weniger Blogbeiträge geschrieben – auf jeden Fall auf meinem Blog. Ich fand das Jahr 2020 besonders im kreativen Bereich schwer zu bewältigen und habe nur das Nötigste auf meinem Blog gemacht. Ich kann mir gut vorstellen, dass das einigen anderen Kreativen auch so geht.
    Desto mehr freue ich mich aber, dass mein einer Beitrag deine Aufmerksamkeit erregen konnte und du ihn hier vorgestellt hast. Danke dafür!

    Bei den anderen Beiträgen werde ich auch auf jeden Fall vorbeischauen, gerade den zu inklusive Sprache finde ich sehr spannend.

    Liebe Grüße
    Friederike.

  4. Ich habe leider auch das Gefühl, dass viel weniger gebloggt wird, aber ist bei mir ja auch nicht anders. Habe in der letzten Zeit auch nicht mehr als einen Beitrag pro Woche geschafft, weil andere Dinge höhere Priorität genossen haben (z.B. meine Masterthesis) oder auch noch genießen. In der Zeit sind aber auch einige Beiträge an mir vorbeigegangen, deshalb danke für deine Linkliste, die muss ich unbedingt mal durchgehen :).

    Bei Margaret Atwood, habe ich bislang auch nur die Serie zu „Report der Magd“ gesehen, die ja schon stark vom Buch abweichen soll, dementsprechend steht das auch noch ganz oben auf meiner „Will-ich-lesen“-Liste.

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