Fremde Funken 03/2019

In der zweiten März-Hälfte habe ich so intensiv an der Masterarbeit geschrieben, dass ich den Blog hinten angestellt habe und somit auch die Linkempfehlungen. Als ich aber die Tage etwas prokrastinierte, habe ich den Beitrag für März nachgeholt. Hier kommt wie gewohnt eine Auswahl in meinen Augen besonders gelungener Beiträge. Völlig unsortiert, quer durch die verschiedenen Themengebiete. Und ohne Erwartung einer Gegenleistung.

Auf Wikipedia tobte im März eine ziemliche heftige Auseinandersetzung darüber, ob eine gesonderte Liste für Science-Fiction-Autorinnen gerechtfertigt ist. Zwischendurch war die Liste sogar gelöscht, wurde aber wiederhergestellt. Nun darf die Liste erfreulicherweise bleiben. Eine Chronologie könnt Ihr beispielsweise im Beitrag „Wer interessiert sich schon für Frauen in der SciFi“ von Meara Finnegan nachlesen.

Mithilfe von Nominierungen durch Leser*innen und einer Jury hat Tor Online eine Liste der hundert besten Science-Fiction-Bücher aller Zeiten zusammengestellt. Immerhin ein Fünftel der Bücher stammen von Frauen, zudem sind 22% der Bücher in diesem Jahrhundert erschienen. Falls Ihr also auf der Suche nach einem guten Roman aus dem Genre seid, lest Euch doch mal die Kurzvorstellungen der Bücher durch.

Katriona hat einen fundierten und sehr ausführlichen Artikel zum Thema Queercoding von Bösewichten geschrieben. Dabei geht sie auf die Ursprünge in Hollywood ein und präsentiert viele Beispiele, wo es noch heute zum Einsatz kommt. Mir ist das schon vor langer Zeit aufgefallen, aber erst in den letzten Jahren ist mir bewusst geworden, wie kritisch das ist. Denn letztlich ist die Botschaft in vielen Fällen dadurch: queer = böse. Ich hoffe sehr, dass sich das bald ändert und queere Rollen genauso häufig zu den „Guten“ wie zu den „Bösen“ in Filmen und Serien gehören.

Truly Evil: Die lange Geschichte von Queercoding und queerer Bösewichte

Da schon recht viel zu Laura Kneidls „Someone New“ in diversen deutschen Blogs zu lesen war, möchte ich stattdessen auf diese kritische Rezension zu „Autoboyography“ von Christina Lauren von CW von The Quiet Pond hinweisen. Auch hier gibt es bei den Buch-Bewertungen ganz deutlich eine Kluft zwischen weniger sensibilisierten Menschen und Menschen, die sich intensiv mit queerer Repräsentation auseinander gesetzt haben. Ich finde es natürlich gut, dass Geschichten mit queeren Figuren häufiger werden. Aber wir haben noch einen weiten Weg vor uns, bevor wir von gut gemeint bei gut gemacht sind.

Rike von Rike Random hat darüber gebloggt, wieso Repräsentation für sie und andere queere Menschen so wichtig ist. Denn die Möglichkeit zur Identifikation ist insbesondere für junge Menschen sehr wichtig. Queere Figuren sollten ganz selbstverständlich in Geschichten vorkommen und dabei keineswegs als Fetisch dienen. Deswegen sehe ich es persönlich auch kritisch, wenn Frauen für Frauen Liebesgeschichten mit schwulen Männern schreiben. Das ist für mich ähnlich einzustufen wie Geschichten mit Lesben von Männern für Männern.

Queere Medien: Why representation matters and what it means to me

Mittlerweile ist die Absetzung beschlossene Sache, dennoch möchte ich Euch „One Day At A Time“ wärmsten empfehlen. Denn kaum eine Serie hat mich in Sachen Repräsentation und Umgang mit aktuellen gesellschaftlichen Themen so überzeugt wie diese Serie. Warum Ihr ODAAT schauen solltet, hat Kira bei Skepsiswerke im Beitrag „One Day At A Time – Guckt es!“ ausführlicher beschrieben.

Bei Red Riding Rogue gibt es die Beitragsserie „Kindheit in Seiten“, wo Lieblingsbücher von früher vorgestellt werden. Dieses Mal war Aurelia von Geekgeflüster zu Gast und hat „Tochter des Nils“ vorgestellt. Der Beitrag hat mir vermutlich besonders gut gefallen, weil es auch eins meiner Lieblingsbücher aus der Kindheit ist. Wer kennt das Buch ebenfalls?

Kindheit in Seiten: Tochter des Nils

Epic Reads hat eine Liste mit 28 Buchempfehlungen zum Women’s History Month 2019 zusammengestellt. Der Monat der Frauengeschichte ist zwar vorbei, aber das sollte uns nicht davon abhalten, Bücher mit starken Frauenfiguren in der Hauptrolle zu lesen. Wenn Ihr also noch Inspiration benötigt, schaut Euch die Zusammenstellung an!

Wenn Ihr mehr visuell veranlagt seid, ist vielleicht diese Zusammenstellung von feministischen Serien interessant. Sabine von Ant1heldin stellt fünf Serien aus 2018 vor, die sich auf eine interessante Frauenfigur konzentrieren. „The Marvelous Mrs. Maisel“ und „Ku’damm 56“ habe ich schon vorher gesehen gehabt und kann diese beiden Serien auf jeden Fall nur empfehlen.

5 feministische Serien zum Binge-Watchen aus 2018

Zum Abschluss noch der Hinweis auf den Beitrag „Was ist eigentlich aus den Leseplänen meines Freundes geworden„, in dem Liesa von Mscaulfield darüber berichtet, ob ihr Freund tatsächlich geschafft hat, mehr zu lesen. Sie hat das Ganze als Interview aufgezogen und die Fragen und Antworten lesen sich sehr interessant. Falls Ihr also vielleicht selbst einen Lesemuffel bekehren wollt, schaut doch mal rein!

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