Fremde Funken #6

Mit den steigenden Temperaturen scheint es auch unter den Buchblogger*innen zu einem Sommerloch zu kommen. Insofern trifft es sich ganz gut, dass es viele Verlinkungen nicht in die letzte Ausgabe von „Fremde Funken“ geschafft haben und diese somit nun ihre Chance bekommen. Hier kommt nun eine Auswahl in meinen Augen besonders gelungener Beiträge. Völlig unsortiert, quer durch die verschiedenen Themengebiete. Und ohne Erwartung einer Gegenleistung.

Mareike von Herzpotenzial schrieb bereits im Mai darüber, wie sich Bloggen, Studium und Tätigkeit im Buchhandel auf das Lesen ausgewirkt haben. Da sie schon seit fünf Jahren bloggt, ist der Beitrag „Kurz vor dem Reading Burnout“ eine spannende Rückschau, wie sich ihr Leseverhalten im Laufe der Jahre gewandelt hat. Fazit des Posts: Lasst Euch nicht vom Reading Burnout erwischen!

Kurz vor dem Reading Burnout

Ebenfalls im Mai habe ich den Beitrag „Frisches Buch, nicht zu toppen!“ bei ZEIT ONLINE gelesen. Darin setzt sich Leander Steinkopf mit der Werbekampagne des Börsenvereins des deutschen Buchhandels auseinander. Besonders die zweite Seite des Artikels hat mir sehr gut gefallen, denn dort geht es sinngemäß darum, dass „one fits all“ bei Büchern nicht gibt. Auch wir Buchblogger*innen sollten meiner Meinung mehr über Passung schreiben, anstatt so zu tun, als ob es (objektiv) perfekte Bücher für alle gäbe.

Was mich mittlerweile wirklich nervt, sind „starke Frauen“, gern von Männern geschrieben, die in Wahrheit verkappte Männer sind. Damit eine Figur stark ist, muss sie nicht emotional kalt sein und allen anderen körperlich überlegen. Entscheidend sind da viel mehr Durchhaltevermögen und Willenskraft. Genau dieses Thema hat Sina von Sinas Geschichten in ihrem Beitrag „Die „starke Frau“ in Büchern – Nur ein Mann im anderen Körper?“ aufgegriffen. Diesen Beitrag kann ich vor allem männlichen Autoren nur ans Herz legen!

Die „starke Frau“ in Büchern – Nur ein Mann im anderen Körper?

Ich bin mir nicht mehr sicher, bei wem ich auf Twitter diesen Demographie-Generator für mittelalterliche Fantasy-Städte gesehen habe. Jedenfalls lässt sich so super leicht eine realistische Stadtgröße inklusive der Zahl der jeweils vertretenen Handwerker berechnen. Übrigens gibt es auf der Seite noch jede Menge andere coole Generatoren. Da bekomme selbst ich als Nicht-Autorin Lust auf das Verfassen von Geschichten.

Was zu lachen gibt es im Beitrag „Extremely Shortened Versions of Classic Books For Lazy People„. Wer weiß nicht, welches Buch hinter „Guy attacks windmills. Also, he’s mad.“ steckt? Ansonsten gibt es auf „Sad And Useless“ noch mehr seltsamen Humor.

Extremely Shortened Versions of Classic Books For Lazy People

Ihr mögt Comics und lest gerne Rezensionen dazu? Dann solltet Ihr unbedingt die Beitragsreihe „Comics kurzgefasst“ bei Rike von RikeRandom im Auge behalten. Dort werden unterschiedlichste Volumes aus verschiedenen Comic-Verlagen rezensiert. Die Frau hätte genug Material für einen Post jede Woche bis Ende August, wir müssen sie nur motivieren, dran zu bleiben *zwinker*

Der ein oder anderen Person ist wahrscheinlich schon aufgefallen, dass ich mich grad in einer Transformationsphase befinde und nach „neuen“ Bücher für mich suche. Nach jahrelang fast nur Fantasy und YA, gern kombiniert, ist da nämlich etwas die Luft raus. Passend dazu hat Elizzy von read books and fall in love über „3 Gründe warum du öfters das Genre wechseln solltest“ geschrieben. Vielleicht gefallen mir dann Pacing und Tropes bei YA-Fantasy auch wieder besser, wenn ich etwas Abstand gewonnen habe …

3 Gründe warum du öfter das Genre wechseln solltest. [Kolumne]

Bei Geekgeflüster von Aurelia ist wieder einmal ein Gastbeitrag online gegangen: Sky von SKY VS. THE HUNGER denkt über „Queerbaiting – Der trügerische Schein einer Repräsentation“ nach. Ich schließe mich einen Kommentator dahingehend an, dass nicht jede Beziehung eine feste Zuschreibung braucht und unbestimmt bleiben kann. Allerdings ist es ja doch leider so, dass feste Zuschreibungen nur sehr selten und dann eben bei klischeehaften Figuren erfolgen. Und es ist wirklich extrem auffällig, dass grad in TV-Serien, wo (fast) keine queeren Figuren dabei sind, gerne die unter Queerbaiting beschriebenen Mittel verwendet werden. Das lässt mich dann doch etwas zweifeln, ob die Beziehung wirklich so unbestimmt ist – oder sich nicht nur vor einer klaren Zuordnung gedrückt wurde, um niemanden zu verschrecken. Generell wünsche ich mir mehr Repräsentation, ohne dass dies gleich ein plot device ist.

Ändern wollen wir gern mal etwas an uns und unserem Leben. Doch die Umsetzung gestaltet sich gar nicht so einfach. In ihrem Beitrag „Es muss sich was ändern! Aber wie?“ beschreibt Babsi von TheBlueSiren welche Prozesse dafür ablaufen müssen, was da psychologisch dahintersteht und welche Hindernisse es gibt.An dieser Stelle möchte ich jeden Menschen Mut machen, Veränderungen anzugehen und sich Unterstützung zu holen, wenn es einen nicht gut geht. Bevor Körper und Seele die Notbremse ziehen.

Es muss sich was ändern! Aber wie?

Zum guten Abschluss nun noch eine Rezensionsempfehlung. Dieses Mal ist meine Wahl auf die Rezension zu „Oryx and Crake“ von Magaret Atwood gefallen, veröffentlich von Neyasha auf Neyashas Allerlei. Immer wenn ich eine Rezension zu Margaret Atwood lese, denke ich, dass ich unbedingt mehr von der Frau lesen muss!

3 Kommentare

  1. Danke, liebe Elena, für diese bunte Sammlung. Sehr spannende Themen – einige der Beiträge sind ganz an mir vorbei gegangen und werden heute nachgeholt.

    • Danke für deinen Kommentar. Es ist auch echt schwierig, überall am Ball zu bleiben, obwohl ich schon sehr aktiv bin.

  2. Danke für diese spannende Sammlung an Artikeln – und danke auch für die Verlinkung meiner Rezension. 🙂
    Ich bin ja ein großer Atwood-Fan und kann daher nur sagen: Ja, unbedingt mehr von ihr lesen!

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