Fremde Funken #7

Nachdem die große Hitze vorbei ist, scheint die Lust am Bloggen wieder zurückgekehrt zu sein. Jedenfalls wurde mein Feedreader in letzter Zeit wieder gut gefüttert. Hier kommt nun eine Auswahl in meinen Augen besonders gelungener Beiträge. Völlig unsortiert, quer durch die verschiedenen Themengebiete. Und ohne Erwartung einer Gegenleistung.

Sehr viele Menschen haben neulich bei einer Twitter-Umfrage zur besten und schlimmsten Schullektüre mitgemacht und sich an grandiose und fürchterliche Bücher erinnert. Thorsten Steffens, der Fragesteller, hat aufgrund der Vielzahl an Antworten eine Hitliste für die beiden Rubriken erstellt, diese findet Ihr im Beitrag „Die beste und schlimmste Schullektüre„. Von den besten Geschichten kenne ich „Die Welle“ von Morton Rhue (wirklich gut) und „Das Parfüm“ von Patrick Süßkind (ist auf jeden Fall sehr interessant), welches auch bei den schlimmsten Romanen auftaucht. Leider kenne ich aus der Top 10 der schlimmsten Schullektüre gefühlt fast alle: „Effi Briest“ von Theodor Fontane, „Die Leiden des jungen Werthers“ von Johann Wolfgang von Goethe, „Der Schimmelreiter“ von Theodor Fontane und „Kabale und Liebe“ von Friedrich Schiller. Übrigens ist auch „Die Judenbuche“ von Annette Droste-Hülshoff bei mir Stoff im Unterricht gewesen. Erklärt vielleicht, warum ich zu „Klassikern“ und „hoher Literatur“ so ein schlechtes Verhältnis habe.

Cait von Paperfury hat vor kurzem mit ziemlich großen Erfolg ihr erstes Buch veröffentlicht. Dieser Erfolg kam aber nicht über Nacht, sondern beruht auf harter Arbeit. Sie hat im Beitrag „5 Things I Did (Before I Was Published) To Become A Better Writer“ unter anderem erzählt, dass sie vor ihrer Veröffentlichung über dreißig Bücher geschrieben hat und warum diese Bücher größtenteils nie gedruckt werden. Ein interessanter Einblick, der einmal mehr zeigt, warum nicht unbedingt das erste fertige Buch auf Biegen und Brechen publiziert werden sollte.

5 Things I Did (Before I Was Published) To Become A Better Writer

Wenn Ihr immer mal damit geliebäugelt habt, einen Ausflug oder eine ausgedehnte Reise durch die Scheibenwelt zu unternehmen, habt Ihr nun DIE Gelegenheit: Rike von RikeRandom hat begonnen, alle 41 Bücher von Terry Pratchett zu dieser skurillen Welt zu lesen und lädt alle herzlich dazu ein, sich der #DiscworldJourney anzuschließen. Es wird Leserunden zu den Tod-Romanen geben, an denen sich unter anderem Taaya von Let ‚em eat books (@zwiebelbaguette) und ich beteiligen werden. Wenn Ihr Lust habt, bei einzelnen Etappen dabei zu sein, findet Ihr alle Infos im Beitrag #DiscworldJourney: Meine Lesereise durch die Scheibenwelt.

Einige Aufmerksamkeit hat im August das Buch „Du wolltest es doch“ von Louise O’Neill erfahren und dabei für viel Diskussionsstoff gesorgt, denn es setzt sich mit rape culture auseinander. Am besten gefallen hat mit die Rezension von Sabine auf Ant1heldin, denn sie dröselt den Sexismus sehr genau auf und liefert einige Denkanstöße mit. Aber lest am besten selbst ihren Artikel „„Du wolltest es doch“: Was der Sexismus aus uns Frauen macht„!

„Du wolltest es doch“: Was der Sexismus aus uns Frauen macht

Ich bin mittlerweile weitestgehend davon abgerückt, Neuerscheinungen zu lesen. Sollen doch erst einmal die anderen lesen und entscheiden, ob die vollmundigen Versprechungen des Klappentextes eingehalten werden. Jacquy von Jacquy’s Thought hat im Beitrag „Wieso ich (fast) keine Neuerscheinungen lese“ noch mehr Gründen zusammengestellt, warum es sinnvoll ist, zu älteren Büchern zu greifen. Wie seht Ihr das?

Isabella von Noch mehr Bücher hat darüber gebloggt, wie sich Social Media auf das Bild von Autor*innen auswirkt. Heutzutage erfahren wir von Autor*innen durch Blogs, Facebook, Instagram, Twitter, Youtube usw. nicht nur ihre Meinung zu Büchern und was aus ihnen gemacht wird, sondern auch gesellschaftliche, politische und religiöse Ansichten. Da diese nicht immer mit den eigenen Positionen übereinstimmen, kann in Folge dessen sich für den Einzelnen auch die Frage stellen, ob bestimmte Autor*innen weiter unterstützt werden sollen. Ich persönlich lese mir die Begründungen für bestimmte Ansichten sehr genau genau durch und kann es daher mit mir guten Gewissens vereinbaren, weiterhin Brandon Sanderson zu lesen. Anyway, am besten lest Ihr den Artikel „AutorInnen und das 21. Jahrhundert“ selbst.

Josia von JosiaJordan hat ein Interview mit Bernhard Hennen geführt, bei dem es vor allem um das Thema Übersetzung und Vermarktung von deutschen Autor*innen in Amerika geht. Aus meiner Sicht ergeben sich daraus durchaus spannende Einblicke. Das ganze Gespräch findet Ihr im Blogpost „“Ein deutscher Autor hat es in Amerika nicht leicht” | Interview mit Bernhard Hennen„. Ich habe übrigens jetzt mal überlegt, wie viele deutsche Autor*innen mir einfallen, die es in jüngerer Vergangenheit über den großen Teich geschafft haben. Kerstin Gier und Kai Meyer, außerdem natürlich Cornelia Funke. Aber viele sind es nicht …

“Ein deutscher Autor hat es in Amerika nicht leicht” | Interview mit Bernhard Hennen

Mehr Lesen wollen wir (fast) alle, doch Zeit zum Lesen zu finden ist oftmals gar nicht so einfach. Liesa von mscaulfield hat sich Gedanken gemacht, wie sich das Lesen in den Alltag integrieren lässt. Wichtigste Erkenntnis ist wohl dabei, dass nicht so sehr das lange Lesen, sondern das kontinuierliche Lesen entscheiden ist. Vielleicht ist im Beitrag „Jeden Tag lesen – wie geht das?“ für Euch die ein oder andere Anregung dabei, wie Ihr es schaffen könnt, mehr zu lesen?

Nachdem ich „Queens of Geek“ von Jen Wilde geschenkt bekam, hatte ich keine Ausrede mehr, dass Buch nicht zu lesen. Großer Pluspunkt ist die Diversität, die über Phänotyp und Sexualität hinausgeht. Auch das Setting gefiel mir gut, insbesondere das Labyrinth. Nur leider war mir vieles an der Geschichte dann doch zu harmonisch und unproblematisch, so dass mich das Buch nicht gepackt hat. Dennoch finde ich das Buch empfehlenswert und möchte daher auf die Rezension „Jen Wilde – Queens of Geek“ von Taaya auf Let ´em eat books verweisen.

Mein letzter Linktipp für diesen Monat hat nichts mit Büchern zutun, sondern mit einer hoch problematischen Serie: „Insatiable“. Alles nur lustige Unterhaltung? Mitnichten. Ich finde es wirklich schade, dass Menschen heutzutage noch negieren, dass mediale Darstellung einen Einfluss auf uns hat. Die ausführliche Analyse überlasse ich Rike mit ihrem Beitrag „Don’t judge a series by its trailer – it might be even worse! Netflix‘ Trainwreck ‚Insatiable‘„.

Don’t judge a series by its trailer – it might be even worse! Netflix‘ Trainwreck ‚Insatiable‘

13 Kommentare

  1. Rikes Beiträge im August habe ich auch sehr gern gelesen. Und ich freu mich schon auf all eure Beiträge zur Scheibenwelt! Ich selbst werde bei den Hexen einsteigen und damit meine allererste Reise in die Scheibenwelt antreten.

    Das Interview mit Bernhard Hennen gefiel mir ebenfalls gut – spannende Themen und Bernhard Hennen ist sowieso ein unglaublich sympathischer, bodenständiger Mensch.

    Die Twitteraktion um die Schullektüren ging an mir irgendwie vorbei – ich hatte dje gleiche Fragestellung nur vor ein paar Tagen kurz auf Facebook gesehen. Die Sammlung der Antworten schau ich mir auf jeden Fall an – danke für den Hinweis!

    • Ja, Rike hat im August eine Menge toller Beiträge rausgehauen. Ich hoffe, dass dir deine erste Reise gut gefallen wird 🙂

      Das Interview mit Bernhard Hennen gefiel mir auch wegen seiner Persönlichkeit so gut.

      Alles mitzukriegen wird auch gefühlt immer schwieriger, da so viele Aktionen parallel laufen. Aber es haben ja doch eine Menge Menschen mitgemacht.

      Freue mich jedenfalls immer sehr, dass du bei den Fremden Funken immer wieder was für dich entdecken kannst 🙂

  2. Vermutlich werde ich nie verstehen, weshalb Werther bei Schülern so schlecht abschneidet – erklären kann ich es mir nur dadurch, dass es vielleicht oft auf die unglückliche Liebesgeschichte reduziert wird, die für mich neben der gesellschaftskritischen Thematik immer eher ein Randthema war. Auch „Effi Briest“ habe ich als Gesellschaftsbild jener Zeit sehr interessant gefunden. Tatsächlich mochte ich von den Top Ten der unbeliebtesten nur ein Buch nicht und zwar „Woyzeck“. „Tauben im Gras“ kenne ich nicht und den Rest mochte ich (zum Teil sogar sehr, sehr gern).

    Ich lese auch selten Neuerscheinungen, da ich meist erst mal abwarten will, ob es das Buch auch in der Bibliothek gibt – und falls ja, muss ich es dort auch erst mal ergattern. Und abgesehen davon, mag ich immer gern mal ein paar Meinungen zu einem Buch abwarten, ehe ich mich entscheide, ob ich es lesen will.

    Ich wünschte übrigens, hier wäre die große Hitze auch vorbei. Gestern und heute war es mit jenseits der 30 Grad nachmittags wieder unerträglich im Büro und auch nachts kühlt es kaum ab (selbst jetzt zeigt mein Thermometer am Balkon noch 29 Grad an). *Luft zufächel*

    • Ich denke, grad bei den Klassikern lassen sich oft mehrere Thematiken rauslesen, aber in der Mittelstufe ist die Empfänglichkeit nicht so hoch dafür. Mag vereinzelt anders sein, aber ich war damals eine Vielleserin und dem Lesen per se nicht abgeneigt, trotzdem konnte ich mit vielen Geschichten kaum etwas anfangen. Und wenn du dann gar nicht gerne liest …

      Ja, Meinungen abwarten mache ich mittlerweile auch sehr häufig. So viele Bücher klingen so toll und dann kommen die Reviews und du merkst, dass die Umsetzung ziemlich hakte oder ganz gescheitert ist …

      Ihr Armen. Hier waren jetzt letzte Woche nachts sogar Temperaturen im einstelligen Bereich. Allerdings zieht sich das Auskühlen der Wohnung, habe jetzt tagsüber so 25 Grad im Zimmer. Aber ist zumindest kühl genug, um wieder wissenschaftlich zu denken.

  3. Tolle Linksammlung, von denen ich tatsächlich schon wieder alle kannte. Unsere Leseliste scheint also stark übereinzustimmen. Vielleicht verlinke ich bei meinen nächsten Empfehlungen einfach direkt auf deinen Beitrag 😀
    Danke auch für die Erwähnung!

    • Wir sind wohl ziemlich eindeutig in derselben Bubble unterwegs XD Kannst mich auf jedem Fall gern verlinken 😀 Und gerne!

  4. Den Post mit der Schullektüre fand ich interessant (wobei es mir irgendwie unmöglich ist mit dem Tippfehler in der Überschrift des Verfassers zu leben – schon seltsam, was bei mir hängenbleibt und mich stört). Lustig finde ich vor allem, dass an mir sehr viel Schullektüre vorbeigegangen ist, was vermutlich an den Schulwechseln lag.

    • Hihi, der Tippfehler ist auch wirklich auffällig. Und wie du siehst, kann es auch durchaus ein Segen sein, wenn vieles an Schullektüre an einem vorbeigegangen ist …

      • Manchmal denke ich, dass ich aber auch was verpasst habe.

        (Lustig war der Schulwechsel, bei dem ich nur noch die Nachbesprechung und die Klausur zum „Schimmelreiter“ in der neuen Klasse mitbekam und dann – dank guter Erinnerung an das, was der Lehrer in der Stunde vor der Klausur sagte – prompt eine überraschend gute Note schrieb. *g*)

  5. Hallo,

    eine interessante Zusammenstellung!

    Und oh Gott, ja, wir haben „Die Leiden des jungen Werther“ in der Schule gelesen, und danach noch „Die neuen Leiden des jungen W“, und beides gehörte absolut NICHT zu meinen Lieblingeschullektüren. Ich bin generell kein großer Fan von Goethe.

    „Du wolltest es doch“ sieht man im Moment wirklich überall, aber es ist ja auch ein wichtiges Thema.

    Jacquys Beitrag kannte ich schon, und der hat mich wirklich zum Nachdenken angeregt! Ich glaube, wenn ich den aktuellen Schwung Rezensionsexemplare „abgearbeitet“ habe, werde ich mal wieder ein paar Monate lang keine neuen Rezensionsexemplare annehmen und stattdessen ungelesene Bücher lesen, die hier schon lange rumliegen. (Das habe ich schon mal gemacht und es ist sehr erholsam.)

    Ich habe diesen Beitrag HIER für meine Kreuzfahrt durchs Meer der Buchblogs verlinkt.

    LG,
    Mikka

    • Hallo Mikka,

      schön, dass du wieder vorbeigeschaut hast und paar interessante Beiträge für dich mitnehmen konntest 🙂 Vielen Dank auch für das Verlinken!

      LG Elena

  6. Hallo Elena,

    danke für die Linktipps, einige wenige kannte ich schon, viele aber auch noch nicht, so dass ich jetzt gleich mal stöbern gehen werde 🙂
    Den Hype um Du wolltest es doch habe ich auch mitbekommen und sowohl kritische als auch „gute“ Rezensionen dazu gelesen, aber letztlich ist es ein Thema, zu dem ich persönlich einfach kein Buch lesen möchte.

    Liebe Grüße
    Desiree

  7. Hey 🙂
    Bei dir finde ich immer wieder sehr tolle Beiträge zu vielen verschiedenen Themen. Beim letzten Mal habe ich schon viele Beiträge mit Lesezeichen markiert und dieses Mal sieht es gar nicht anders aus. Ein paar der Beiträge kannte ich schon, so wie den von Rike über „Insatiable“. Ich habe die Serie auch versucht zu schauen, kam aber nicht weiter als die erste Folge und die Hälfte der zweiten Folge habe ich auch noch ausgehalten, aber dann hatte ich definitiv genug. Ich bin auch immer noch darüber erschüttert, dass diese Serie für eine zweite Staffel verlängert worden ist.

    Liebe Grüße
    Isabell

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