Reloaded: Nachgefragt bei … Yvonne

Foto: Sharon McCutcheon von Unsplash

Wie würdest du dich selbst in drei Sätzen beschreiben?

Ich bin das wandelnde Chaos auf zwei Beinen und trotzdem krieg ich am Ende alles immer irgendwie alles gebacken. Ich bin kein Pessimist, auch wenn mir das immer wieder nachgesagt wird, aber ich tue mich mit Optimismus schwer und versuche daher alles möglichst realistisch zu sehen – von zu hohen Erwartungen oder wegen zu viel Vorfreude enttäuscht zu werden ist nämlich scheiße. Ansonsten kann man mich mit allem begeistern, was in Buch-, Serien- oder Filmform angeboten wird, was sich irgendwie mit Batman beschäftigt oder was mit Katzen zu tun hat, also kein Wunder, dass ich mich im Internet so wohl fühle 😉

Wie kamst du auf die Idee, über Bücher zu bloggen?

Ich wurde überredet^^ Mit dem Bloggen angefangen habe ich, als ich ungefähr 15 war, damals noch über mein ach so ereignisreiches Leben, aber das war immer recht unregelmäßig und vor allem total uninteressant für andere. Vor zwei, drei Jahren hat mich dann vor allem Laura (The Mortal Bookshelf) überredet, aus meinem kleinen Blog ein Bücherblog zu machen, weil ich relativ viel lese und die Rezensionen ja sowieso für Fantasy-Fans.eu schreibe. Gesagt – getan, das ganze Ding Lecture of Life genannt und sich vorgenommen über Bücher, Filme/Serien und Musik zu bloggen. In der Realität sieht’s leider ein bisschen anders aus, weil ich viel zu wenig Zeit habe, aber wenigstens das mit den Büchern versuche ist irgendwie durchzuhalten.

Wie viel Zeit wendest du ungefähr die Woche zum Bloggen auf?

Im Moment gerade gar keine. Wenn ich aber tatsächlich Zeit habe, dann gerne den Samstagvormittag und je nachdem wie wichtig mir ein Beitrag erscheint auch mal 2-3 Stunden unter der Woche. Ich bin – wie schon gesagt – total chaotisch, deswegen fällt die Entscheidung, was ich wann blogge eher spontan nach Lust und Laune. Beiträge im Voraus planen finde ich eher doof und nur selten mache ich mir wirklich Gedanken, wie ausgewogen meine Artikel über den Monat erscheinen. Ab und an hab ich ganz gute Ideen, kann sie aber nicht gleich umsetzen und drei Wochen später hatte ein anderer Blog die gleiche Idee. Da ärgert es mich dann oft schon, dass ich zeitlich nichts so kann wie ich will. Andererseits soll bloggen ja Spaß machen und den habe ich nicht, wenn ich mich selbst ständig unter Druck setze.

Was war dein schönstes Erlebnis mit deinem Blog?

Ein bestimmtes kann ich da gar nicht nennen. Es ist mehr der Austausch mit anderen und die Tatsache, dass man sich tatsächlich auf Buchmessen oder Lesungen trifft und sich meist – im Gegensatz zu anderen Bekanntschaften – gleich was zu sagen hat, weil man ein gemeinsames Thema hat.

Wie hat sich die Buchbloggerwelt im Laufe der Jahre verändert?

Sie ist größer und lauter geworden. Als ich angefangen habe zu bloggen, gab es ein paar große Blogs, die zu Recht gut besucht waren, weil sie einfach tolle Ideen hatten und viele kleine, die hier und da immer mal gebloggt haben. Jetzt habe ich den Eindruck, dass es mehr große Blogs gibt, die aber alle an den gleichen Blogtouren teilnehmen, alle die gleichen Rezensionen veröffentlichen, alle die gleichen Besucher haben und sich gegenseitig mit Kommentaren bombardieren. Wirklich spannend sind für mich da eher die kleinen Blogs, die sich ein bisschen abheben.

Hast du eine Lieblingsbücherseite (Buchhomepage, Büchermagazin, etc.) im Netz?

Auf jeden Fall goodreads. Ich sehe sofort, welche Bücher meine Freunde lesen/lesen wollen und kann mir die mit einem Klick genauer ansehen (Rezensionen, Bewertungen, wer von meinen Freunden hats schon gelesen, etc). Bisher kommt da für mich keine deutsche Seite ran, einfach weil bei GR so ziemlich jedes Buch in allen Sprachen gelistet ist.

Was macht für dich eine gute Rezension aus?

Sie muss in erster Linie ehrlich sein und möglichst wenig Geschwafel enthalten. Ich möchte wissen, was dem Leser gefallen hat und was ihm nicht gefallen hat und dann kann ich entscheiden, ob ich das lesen möchte oder nicht. Das ganze natürlich ohne maßgebliche Spoiler – das ist halt die Kunst 😉

Wie hältst du es mit Rezensionsexemplaren in deinem Blog?

Ich lese ohnehin hauptsächlich englisch, da gibt’s dann höchstens mal den ein oder anderen Titel, den ich bei Netgalley anfrage, aber die allerwenigsten davon bekomme ich. Ansonsten bekomme ich Rezensionsexemplare für Fantasy-Fans.eu, die Rezensionen erscheinen aber nicht bzw. selten auf dem Blog. Rezensionsexemplare sind immer irgendwie mit Druck verbunden und ich habe immer das Gefühl, ich MUSS das Buch gut finden bzw. darf es nicht schlecht finden, ganz zu schweigen vom Zeitfaktor und Sperrfristen.

Wenn dich ein Litblogneuling nach einem Tipp fragen würde, welchen würdest du ihm geben?

Nicht, dass ich prädestiniert wäre, irgendwelche Tipps zu geben, aber am weitesten kommt man, denke ich, wenn man ehrlich schreibt, was einem gefällt und was nicht und man sich nicht zu sehr an anderen orientiert, sondern sein eigenes Ding macht.

Was hat deine Leseleidenschaft geweckt?

Langeweile 😉 Ich bin ein Einzelkind und war auf Familienfeiern oft das einzige Kind bzw. die einzige in meinem Alter. Da sucht man sich eine Beschäftigung, der man alleine nachgehen kann und die möglichst unauffällig ist.

Dein absolutes Lieblingsgenre ist Young Adult – gab es da ein Schlüsselerlebnis oder „warst“ du schon immer so?

Weder noch. Ich glaube, das hat sich einfach so ergeben. Ich habe schon immer gerne über Charaktere gelesen, die in meinem Alter waren, das fing mit Harry Potter an und ging dann in Jugendbücher über. Mittlerweile ist es mehr New Adult als Young Adult.

Was macht ein gutes Young-Adult-Buch aus?

Tolle Charaktere und eine nachvollziehbare Geschichte – also im Endeffekt wie bei allen Büchern. Es muss kein Mega-Drama sein oder die Wahnsinns-Liebesgeschichte, aber eine gute Mischung davon und Sinn fürs Realistische ist mir wichtig. Allergisch reagiere ich allerdings darauf, wenn 16jährige in Büchern beschließen, dass ein Kind das tollste in ihrem Leben ist oder eine Hochzeit direkt nach dem Highschoolabschluss angebracht ist, was nur noch durch ‚Hups, Verhütung… haben wir wohl vergessen‘ getoppt wird.

In welches Buch würdest du gern einmal hineinklettern, wenn du könntest – außer Harry Potter?

„Das Lächeln der Fortuna“ von Rebecca Gablé. Ich würde so gerne mal mit Robin of Waringham und dem Duke of Lancaster durch die Gegend reiten, den schwarzen Prinzen treffen oder versuchen, Robins Sohn Raymond rumzukriegen xD Ich glaube, das Buch hab ich noch öfter gelesen als Harry Potter und bei über 1.000 Seiten will das schon was heißen.

Gibt es ein Genre, welches dir absolut nicht zusagt?

Krimis können mich einfach gar nicht fesseln, da muss es dann schon ein Psychothriller sein, aber die lese ich auch eher selten.

Wonach wählst du deine Bücher aus?

In jedem Fall nach Autoren, die ich schon kenne und mag – wenn da was neues kommt, wandert es automatisch in den Einkaufswagen. Ansonsten nach Empfehlungen bzw. oft auch ganz unbewusst so, dass ich in der Buchhandlung stehe und mir einfällt, dass ich das Buch zB auf Instagram bei irgendjemandem gesehen habe, und dann kommt es oft mit. Das ist dann meistens bei Gegenwartsliteratur der Fall. Bei YA/NA hängt es zum großen Teil am Klappentext und bei Fantasy informiere ich mich ohnehin über die Neuerscheinungen, da bleibt es dann nicht aus, dass das ein oder andere auf die Liste wandert. Meistens allerdings ist es echt das Stöbern auf Amazon, wenn man eigentlich gar nichts kaufen will…

Wie würdest du deinem SuB charakterisieren? War er schon immer so groß? Gibt es ein Prinzip dahinter?

SuB? Ich möchte nicht wissen, wie groß ein Stapel wäre, würde ich die alle stapeln. Im Grunde ist es eher so, dass ich das gar nicht organisiert habe und das auch nicht will. Ich kaufe Bücher mit einem Grund – und ich weiß, dass ich sie irgendwann lesen werde. Und weil ich das auch nicht organisiert habe, stehen und liegen die ungelesenen zwischen den gelesenen und warten auf ihren großen Tag. Schlimm wird’s bei geschenkten Büchern, die meinen Geschmack nicht treffen. Weggeben will ich sie nicht, lesen aber auch nicht…

Wie groß ist deine Wunschliste?

Nicht so groß… Was ich wirklich will kaufe ich meist direkt, alles andere was nur so interessant klingt und gefallen könnte, wandert auf die Merkliste und wird entweder vergessen oder doch in den seltensten Fällen mal besorgt.

Gibt es Autoren, die du nie wieder freiwillig lesen würdest – und warum?

Nicholas Sparks – das funktioniert für mich nur als Film, ich komme mit Sprache und Stil nicht klar. Länger als zwei Stunden kann ich mir das auch nicht antun, und dann halt eben schon lieber mit einem Bild von einem tollen Schauspieler im Kopf. Und ich glaube, dass ich auch nie wieder freiwillig zu Fontane greifen werde. Alles, was ich davon noch weiß, ist dass es ein weites Feld ist, aber auch nur, weil das in jedem dritten Absatz erwähnt wurde. Ansonsten… neues Buch, neues Glück. Ich möchte nicht ausschließen, dass mich jemand mit einer neuen Idee begeistern kann, wenn ich andere Bücher von dem Autor kacke fand.

Magst du Buchverfilmungen? Wenn ja, welches Buch sollte unbedingt verfilmt werden? Oder eben grade nicht?

Hmja… An sich schon. Es gibt aber auch viele, bei denen es einfach in die Hose geht. Ich finde, wenn man ein Buch verfilmt, muss man selbst ein Fan davon sein und sein Herzblut reinstecken. Harry Potter zB ist nicht perfekt, aber die Filme sind mit so viel Liebe gemacht, dass man da nicht böse sein kann. Gar nicht leiden kann ich, wenn das Ende verändert wird (Silver Linings, Beim Leben meiner Schwester) – ich meine, wozu?? Wenn ich was zu sagen hätte, würden Bücher erst verfilmt werden, wenn die Reihe tatsächlich abgeschlossen ist und schon ein bisschen Zeit ins Land gegangen ist. Peter Jackson hat ja mit HdR bewiesen, dass es geht und Serien wie GoT sind auch nicht ohne Grund erfolgreich. Es funktioniert nur nicht, wenn man den Film nur macht, um das Stückchen vom Kuchen so schnell und so groß wie möglich zu haben. Wünschen würde ich mir eine Serie zur Warringham-Saga von Rebecca Gablé – damit wäre ich dann die nächsten 10 Jahre auch beschäftigt *gg*

Wie stehst du zu E-Books?

Vor zwei Jahren hätte ich gesagt, dass ich damit nie was zu tun haben will und das wahre Buch nur das gedruckte ist. Und dann kaufte ich mir einen Kindle…

Mittlerweile kann ich mir mein Leseleben ohne eBooks nicht mehr vorstellen. Mein Kindle ist immer in der Handtasche und dank den vielen günstigen YA/NA-Indie-Büchern auch gut gefüllt, sodass ich immer das passende dabei habe. Ich mag richtige Bücher nach wie vor, aber am besten sehen sie eben im Regal aus, wohingegen sie in der Handtasche schon mal kaputt gehen bzw. beschädigt werde. Mit meinem Reader kam ich dann auch an besagte Indie-Autoren und hab da schon viele Bücher entdeckt, die es eben nicht in die Regale der Buchhandlung schaffen, aber trotzdem dahin gehören würden.

Wie viele Stunden liest du die Woche?

Unterschiedlich nach Lust und Laune bzw. Zeit und Buch. Wenn ich gerade mitten in einem spannenden Buch bin, wird jede freie Minute genutzt. Am liebsten lese ich aber lange an einem Stück, demnach hauptsächlich am Wochenende. Im Schnitt sind es ungefähr 10 Stunden, aber das variiert wie gesagt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Mit dem Absenden des Kommentars stimmst du der Speicherung deiner Daten auf gedankenfunken.de zu. Mehr Informationen finden sich in der Datenschutzerklärung. Erforderliche Felder sind mit * markiert.